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Tag der Muttersprache 2015, 25.02.2015

Tag der Muttersprache


Sehr geehrte Damen und Herren,

Auf Vorschlag der UNESCO wurde der Welttag im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ausgerufen, um an die Bedeutung der Muttersprache als Ausdruck der kulturellen Identität zu erinnern.

Das diesjährige Motto zum Welttag der Muttersprache verweist auf die Bedeutung von Sprache für die Inklusion. Denn oft sind Kinder und Jugendliche, die sprachlichen Minderheiten angehören, im Bildungssystem benachteiligt, weil sie nicht in ihrer eigenen Sprache unterrichtet werden. Die UNESCO macht darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, Schulunterricht auch in der jeweiligen Muttersprache zu ermöglichen, um inklusive Bildung zu gewährleisten. Weiterhin betont die UNESCO, dass Inklusive Bildung und Zugang zu Bildung in der eigenen Muttersprache wichtige Elemente sind, um das Ziel einer qualitativ hochwertigen Bildung für alle Menschen zu erreichen.

Für die Migranten in Deutschland hat die Muttersprache einen sehr hohen Wert. Sie ist gleichzeitig die Verbindung zu der eigenen Identität, Kultur und dem Heimatland ihrer Eltern. Auf der anderen Seite ist sie eine kulturelle Bereicherung für Deutschland und eine multikulturellen Gesellschaft.

Immer wieder die Forderung erhoben, dass Migranten zu Hause mehr Deutsch sprechen sollten. Doch die Wissenschaft widerlegt diese Forderung: Es ist gut, wenn Eltern mit ihren Kindern die Sprache sprechen, die sie selbst am besten beherrschen. Meist ist dies ihre Muttersprache. Denn nur wenn eine Sprache richtig von Grund auf gelernt wird, kann auch eine zweite dazukommen. Und dass bedeutet, dass die Eltern mit ihrem Kind in ihrer Muttersprache sprechen sollten – auch wenn sich die Familien in einem anderen Land befinden.

Eine andere Studie, durchgeführt am Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft in Berlin, belegt beispielsweise: Wenn Migranten mit ihren Kindern Deutsch anstelle ihrer Herkunftssprache sprechen, verschlechtert sich die Herkunftssprache bei den Kindern, ohne dass sich die Deutschkenntnisse verbessern. Außerdem kann eine schlechte Kenntnis der Muttersprache bei den Kindern langfristig sogar zu Identitäts- und Beziehungsproblemen in der Familie führen.

Ich möchte mich hier bei dem Land Nordrhein Westfalen, bei dem Schulministerium und den Schulen bedanken, da sie es unseren Kindern ermöglichen ihre Muttersprache zu erlernen. Es gibt zwar mehrere Probleme die noch zu bewältigen sind, damit der muttersprachliche Unterricht zum Pflichtfach wird und somit während der regelmäßigen Unterrichtszeit angeboten wird.

Deswegen gilt mein Dank besonders an die Lehrer, die unseren Kindern ihre Muttersprache meistens am Nachmittag, in verschiedenen Klassen an mehreren Schulen erteilen.

Mit ihrer Erlaubnis, möchte ich nun, wie es sich an einem solchen Tag gehören sollte, einige Sätze in meiner Muttersprache an unsere türkischstämmigen Gäste richten.