Türkiye Cumhuriyeti

Köln Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Solingen yangınının 20.yıldönümü nedeniyle Bonn'da, eski Parlamento binasında Landesintegrationsrat tarafından düzenlenen toplantıda yapılan konuşma, 27.05.2013

Liebe Frau Süssmuth,
Sehr geehrter Herr Minister Jäger,
Lieber Herr Keltek,
Sehr geehrter Oberbürgermeister Nimptsch,
Bundestagsmitglieder, Landtagsabgeordnete, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
Herr Staatssekretär Krems,
Herr Polizeipräsident Albers,
Vertreter der Presse,
Meine verehrten Damen und Herren,

zunächst begrüße ich Sie im Namen des Botschafters der Republik Türkei in Berlin, Herrn Hüseyin Avni Karslıoğlu.

Den Opfern des Solingen Brandanschlages möchte ich hier gedenken sowie der Familie Genç und allen Solingern nochmals mein Beileid aussprechen.

Es ist offensichtlich, dass die Verursacher der Solingen-Tragödie nicht nur die unschuldigen Kinder der Familie Genç sondern auch die Deutsche Demokratie angegriffen haben. Es ist von großer Bedeutung, diese Veranstaltung in dem Gebäude zu organisiern, das zu seiner Zeit den Deutschen Bundestag beherbergte.

Meine Damen und Herren,

Solingen ist in den Erinnerungen der türkischen Gemeinde tief verankert. Auch wenn die Täter gefangen und verurteilt wurden, konnten die entstandenen Traumata nicht behoben werden.

Auch spätere Vorfälle deren Zeugen wir wurden, sowie die NSU-Skandale haben nicht zu der Behandlung der Traumata beigetragen.

Doch das eigentliche Problem besteht in der unzureichenden Befragung der Umstände, die zu den Vorfällen unter anderem in Rostock, Hoyerswerda, Mölln, Solingen und den NSU-Morden führten.

Mir ist bewusst, dass die NSU-Skandale neben Türken auch mindestens im selben Maß unsere deutschen Freunde bedrücken.

Ich persönlich bin der Überzeugung, dass die NSU-Skandale in dieser Richtung eine wichtige Möglichkeit für Deutschland bilden.

Es ist notwendig, dass den Türken in diesem Land vermittelt wird, dass Rechtsradikalismus ernst genommen wird und dass der Rechtsradikalismus ernsthaft bekämpft wird. Andernfalls wird die Verurteilung einer keine Reue zeigenden und in die Kameras lächelnden bemitleidenswerten Frau nicht zur Heilung des NSU Traumatas ausreichen.

Verehrte Gäste, meine Damen und Herren,

Als Verfechter der Deutsch Türkischen Freundschaft, komm ich nicht umher, in diesem symbolischen Gebäude der deutschen Demokratie zu erwähnen, dass Deutschland, welches aufgrund des Rasissmuses einen hohen Preis bezahlt, eine Reihe von Problemen mit der Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit hat.

Wie eine Türkisches Aussage besagt, soll man nicht die Mücken sondern den Sumpf bekämpfen.

Es ist mir bewusst, dass der Begriff “Sumpf“ etwas hart ist. Aber was meine ich damit?

Dies möchte ich mit einem Kölner Stadtanzeiger-Bericht vom 24. Februar 2013 erklären, welcher bezüglich dem Türkeibesuch von Bundeskanzlerin Merkel veröffentlicht wurde.

Ich zitiere:
“Deutsche gegen EU-Beitritt der Türkei….
60 Prozent sind einer Umfrage zufolge dagegen, dass das Land in die Gemeinschaft aufgenommen wird….”


Meine Damen und Herren,

Das ist bekannt, nichts neues, aber jetzt kommt etwas sehr rasantes:
Ich zitiere:
„…um ein militärisches und wirtschaftliches Erstarken der Türkei sorgten sich 57 Prozent…“

In diesem Zusammenhang möchte ich als ein Diplomat, die sich in 8 Jahren seiner Karriere in Deutschland mit Themen wie Integration, Rassismus und Diskriminierung beschäftigt hat und ein Verfechter der Deutsch-Türkischen Freundschaft ist, folgende Frage stellen:

Warum wird es als störend angesehen, dass die Türkei, langjährige verbündete von Deutschland im Bereich Militär und Wirtschaft an macht zunimmt?

Welche gedankliche Atmosphäre führt zu diesem Unwohlsein? Dies sollte überdacht werden.

In Einem Land, wo Solinger erlebt wurde und welches eine national-sozialistische Vergangenheit aufweist, hätten wir nicht erwartet, dass ein Buch, welches eine Volksgruppen als genetisch „dumm“ bezeichnet eine Million vierhunderttausend mal verkauft wird.

Man hätte nicht erlauben dürfen, dass einige Ansichten, von denen man vor 10 Jahren befürchtete, dass sie als rechtsradikal empfunden werden könnten, heute in das Zentrum politischer Diskussionen rücken.


Liebe Frau Süssmuth,

Besonders im Bereich Bildung und Universitäten, weisen sie große Anstrengungen hervor, die dazu führen, dass sich die türkischen und deutschen Völker besser kennenlernen. Ich möchte Ihre und die Anwesenheit des Herrn Minister Jäger dazu nutzen, folgenden Aufruf auszusprechen:


Nehmen Sie bitte die Türkei, die Türken, die Moslems, die deutsch-türkische Freundschaft und den Migrationsprozess in die Bundesrepublik in das deutsche Schul-Curriculum mit auf.

Damit die Vorurteile nicht bestehen bleiben, muss das deutsche Bildungssystem bei Themen bezüglich Türken, Muslime und Migration die Initiative den Integrationsfeinden entziehen.

Die deutschen Jugendlichen sollen über ihren eigenen Lehrer erfahren, dass die Türken auf Einladung nach Deutschland gekommen sind und von Musikern empfangen wurden. Ihre türkischen Schulkameraden sollen erfahren, dass ihre Großeltern und eigentlich mit herzlich Willkommens-Sätzen in Deutschland empfangen wurden.

Dies wäre eine Botschaft für türkische Jugendliche, die sich zu 55% immer noch in Deutschland unerwünscht fühlen.

Nach jedem Brand in Deutschland, reagieren die türkische Gemeinde, türkische Vertreter die Polizei und deutsche Politiker mit der Frage „ schon wieder?“. Dies muss meine Damen und Herren ein Ende finden.

Zum Schluss möchte Ich nochmals den Opfern von Solingen gedenken und mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken.


Mustafa Kemal BASA
Generalkonsul