Türkiye Cumhuriyeti

Köln Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

DOMİD’in 50. Yıl etkinlikleri çerçevesinde hazırladığı “Geteilte Heimat / Paylaşılan Yurt” başlıklı serginin açılış konuşması, 04.11.2011

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Scho-Antwerpes,

Sehr geehrter Herr Aytaç Eryılmaz, Verehrte Mitarbeiter von DOMİD,

Sehr geehrter Herr Rütten, (Lieber Tony der Integrationmeister,)


Verehrte Pressemitglieder,

Meine Verehrten Damen und Herren,


Ich bin sehr erfreut darüber, dass wir anlässlich des 50. Jahrestages der Migration, diese Veranstaltung in Zusammenarbeit türkischer und deutscher Behörden, sowie der einzigartigen Beteiligung von der in Köln ansässigen Institute DOMID organisiert haben, da Köln eine der ersten deutschen Städte ist, in der die Migration Ihren Anfang nahm.


Der Tatsache, wie die Kölner Stadtverwaltung sich unserer Türkisch stämmigen Bürger annimmt wird kein Lob gerecht. Ich möchte die Frau Bürgermeisterin Scho-Antwerpes, der Kölner Stadtverwaltung sowie den Kölnerinnen und Kölner  im Namen unseres Generalkonsulats und der Türkischen Gemeinde danken.


Veranstaltungen dieser Art stellen eine Möglichkeit dar, das 3 Generationen umfassende Zusammenleben dieser zwei befreundeten Nationen genauer zu betrachten.


Egal was gesagt wird, die Migration von der Türkei nach Deutschland und damit einhergehend die Integration der Türken in Deutschland stellt eine Erfolgsgeschichte dar.


Es ist verständlich und natürlich, dass bei einer Migration in Höhe von 7 millionen Menschen, einschließlich der in die Türkei zurückgekehrten, Probleme auftreten.


Der gesunde Menschenverstand besagt, dass nicht die Erklärung dieser Probleme anhand von Genetik, sondern die Ergreifung von Maßnahmen zur Verbesserungen der Bedingungen des gemeinsamen Lebens, die Lösung darstellt.


Wir sollten nicht vergessen, dass die Migrationsgeschichten, die in Arbeiterheimen begonnen haben, heute in den Universitäten sowie den Fluren des Deutschen Parlamentes, der Stadtverwaltungen und der Regierungsgebäude fortgeführt werden. Es gibt Türkisch Stämmige Mitglieder im Landtag und Bundestag sowie einen Parteichef mit Türkischer Herkunft.


Auch gibt es türkischstämmige Ministerinnen in Deutschland.


Der Rat der Stadt Köln hat ebenfalls Mitglieder Türkischer Herkunft.


Verehrte Gäste,


Es gibt circa hundertfünfzig tausend Türkisch-Deutsch gemischte Ehen. Wir haben zehn tausende Türkisch-Deutscher Kinder.


Circa vierzig tausend Türken studieren.


Vierundsiebzig tausend türkische Geschäftsleute beschäftigen mehr als vierhundert tausend Menschen. Hundertfünfzig tausend hiervon sind entweder Deutsche oder Staatsbürger anderer Nationen.


Wenn wir die letzten 50 Jahre betrachten, sehen wir, Meine Damen und Herren, dass das Glas nicht nur bis zur Hälfte, sondern weit darüber hinaus gefüllt ist.


Verehrte Gäste,

In den vergangenen zwei Wochen habe ich zwei verschiedene Artikel in einer Zeitung gelesen, die unter anderem behaupteten, dass die Türken aufgrund des Drucks den die Türkei und Amerika ausübten nach Deutschland migrierten, obwohl Deutschland angeblich keinen Bedarf vorzuweisen hatte.


Einer dieser Artikel besagte in etwa folgendes: „die Türken waren nicht am Wiederaufbau Deutschlands beteiligt, denn die meisten haben nicht in der Baubranche sondern in der Automobilherstellung und in den Bergwerken gearbeitet.“


Dies ist kein Witz. So stand es in dem Artikel.


Um solche Aussagen zu treffen, dürfen in erster Linie keine Geschichts-kenntnisse bestehen. Dies ist eine große Ungerechtigkeit.


Selbst diejenigen die allesmögliche gegen die Türkei und Türken kund-geben, haben die 1. Generation außen vor gelassen.


In der Letzten Zeit in Deutschland auftauchende Debatten und Kommentare wie diese lassen Schlussfolgern, dass die durch die Migration gewonnenen Beiträge von einigen nicht ausreichend wahrgenommen werden oder aber vergessen wurden.


Bezugnehmend hierauf denke ich, dass es notwendig und unsere Aufgabe ist, folgende Punkte wieder in unser Gedächtnis zu rufen:


Zum einen die Frage warum Deutschland überhaupt ausländische Arbeitskräfte benötigte. Andrerseits die Tatsache, dass die Türken aufgrund von Einladungen nach Deutschland kamen. Ebenfalls sollte bedacht werden unter welchen Bedingungen die Türken hier lange Zeit leben mussten, und beispielsweise in Berlin nur in gewissen, ihnen zugewiesenen Stadtteilen leben durften.


Diese Themen sollten in das Schulprogramm aufgenommen werden um sie der jungen Generation aufzuzeigen.


Ich denke das ist der kürzeste Weg, um die Generationen übergreifende Übergabe der Vorurteile gegen unser Landsleute zu vermeiden.


Genauso bin ich der Überzeugung, dass die Ausstellung, deren Eröffnung wir an diesem Abend feiern in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein wird.


Sehr geehrte Gäste,


Die Türken sind infolge einer Einladung nach Deutschland gekommen, sie wurden von Musikern empfangen, haben unter schweren Bedingungen schwere Arbeiten übernommen und haben einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau und Wohlbefinden dieses Landes geleistet.


Es ist Ihr Recht, Anerkennung hierfür zu erwarten.


Aber es gilt auch die andere Seite der Medaille zu betrachten.


Als Türken schulden wir Deutschland Dank, da das millionen unserer Bürger, von denen viele aus ärmlichen Verhältnissen kamen, Arbeit und Brot gaben, Ihren Kindern schulische Bildungsmöglichkeiten boten.


Diese Aufgabe möchte ich hier mit Freuden für die in dem Zuständigkeitsgebiet unseres Generalkonsulats lebenden zweihundert-fünfund-sechzig tausend Türken übernehmen.


Danke schön Deutschland. Dafür dass du den Türken die Arme geöffnet hast, diesen unseren Bürgern eine neue Heimat geworden bist. 


Mustafa Kemal BASA

Generalkonsul