Türkiye Cumhuriyeti

Köln Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Diyanet İşleri Türk İslam Birliği Genel Merkez İftar Programı, 09.06.2017

Sehr geehrter Vorsitzender unseres DİTİB Vereins Prof. Dr. Yaşar Nevzat Aşıkoğlu,
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,
Sehr geehrte Leiter und Vertreter unserer zivilen Gesellschaftsinstitutionen,
Verehrte Führer der Religionsgemeinschaften,
Unsere deutschen Freunde,
Geschätzte Mitglieder der türkischen Gesellschaft,

vorerst möchte ich unserem Gastgeber, den Vorstandsvorsitzenden der DİTİB Herrn Prof. Dr. Nevzat Yaşar Aşıkoğlu, stellvertretend für die gesamte DİTİB Familie, meinen tiefsten Dank dafür aussprechen, dass sie zahlreiche Gäste, die unterschiedliche Glaubensrichtungen, Konfessionen und Bevölkerungen vertreten, aufgrund des Ramadan, den wir als „Sultan aller Monate ‘‘ ansehen, auf nun schon traditioneller Weise zusammengeführt und somit einen Beitrag für die Auslebung von gegenseitigem Verständnis, Empathie, Toleranz und Respekt in Deutschland geleistet hat.

Gleichwohl gedenke ich zunächst unseren 13 Soldaten, die wir letzte Woche bei einem bedauerlichen Helikopterunfall in Şırnak verloren haben und unseren heldenhaften Märtyrern, die ihr Leben geopfert haben, um uns von Terror und Gewalt fernzuhalten. İch möchte zum Ausdruck bringen, dass unsere Gedanken und Gebete auch in diesem Ramadan bei den Mitgliedern der Streitkräfte und des Polizeiapparats sind, die weit weg von ihren Geliebten aufopferungsvoll ihren Dienst ausüben, damit Frieden und Eintracht einkehrt und der Terror ein Ende findet.

Es ist unser innigster Wunsch, das uns der heilige Ramadan, den wir gerade durchleben und der als Monat der Gnade, des Segens und der Vergebung gilt, den vor allen anderen Dingen dringend benötigten Frieden und Eintracht bringt.

Dieser schöne Monat, den wir mit unseren Liebsten und Freunden zusammen mit reichhaltig gedeckten Tischen friedlich zelebrieren wird leider in vielen Teilen der Erde im Schatten von großer Hoffnungslosigkeit, welche durch Schmerz, Gewalt und Tränen geprägt ist, durchlebt.

Die andauernde Gewaltspirale in Syrien und dem Irak ist nicht mehr nur regional begrenzt, sondern hat von Tag zu Tag eine Dimension erreicht, welche zu negativen Auswirkungen auf globaler Ebene geführt hat. Terrorgruppen, die in diesem Chaosumfeld entstehen, streben nach einer weltweiten Vertiefung von Hass und Angst. Hierfür missbrauchen sie religiöse und kulturelle Attribute für ihre eigenen politischen Ziele um Menschen auf religiöser, konfessioneller und ethnischer Grundlage zu teilen.

Es ist unser aufrichtigster Wunsch, dass diese Periode der Spaltung und Gewalt alsbald beendet wird und die ersehnte Periode des gegenseitigen Respekts, Toleranz und Friedens eingeläutet wird.

Im Bezug auf das Thema Toleranz muss ich konstatieren, dass uns vor allem in letzter Zeit die Tatsache, dass ein Diskurs des Hasses und der Intoleranz basierend auf kulturellen und religiösen Vorurteilen bei den Muslimen und den Türken für ein Gefühl der Angst und des Drucks sorgt, ernsthaft Sorge bereitet.
Wir sehen unsere in Deutschland lebenden über 3 Millionen Menschen und die Vereine, die diese Menschen gegründet haben, als stärkste Bindung zwischen zwei Ländern wie der Türkei und Deutschland, deren Freundschaft seit mehreren Jahrhunderten besteht.

Ich glaube das unsere deutschen Freunde in diesem Zusammenhang mit uns dasselbe Gefühl dahingehend teilen, als dass die in der Gesellschaft immer mehr Zuspruch findende Ausländerfeindlichkeit, İslamanfeindungen, Angriffe auf unsere Moscheen und Vereine deren viele unerklärlicherweise nicht aufgeklärt werden können und Ansätze, wie man alltägliche Diskriminierungen unterbindet anstelle des Versuchs, die türkische Gesellschaft und unsere zivilen Gesellschaftsorganisationen zu einem Bestandteil einer negativen Tagesordnung zu machen, im Blickpunkt stehen sollte.

Die muslimische und türkische Gesellschaft als primäres Element Deutschlands beobachtet es mit Sorge, dass vor allem in den letzten 1-2 Jahren das Verständnis der “ Intoleranz, Ausgrenzung und Stigmatisierung” sich von einem rassistischen Diskurs zu einer gängigen Sichtweise entwickelt.

Heute haben wir das Glück gehabt, in der Zentralmoschee zum ersten Mal das Freitagsgebet zu verrichten. Ich nehme es mit Freude auf, dass sich der Bau der Kölner Zentralmoschee nach einer langen und schwierigen Periode langsam dem Ende neigt. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Moschee nicht nur ein Gotteshaus der Muslime sondern aller Kölner ist und diese als kulturelles Denkmal das multireligiöse und multikulturelle Wesen unserer Stadt noch mehr bereichern wird.

In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass der Monat Ramadan, der durch Toleranz, Demut und Versöhnung gekennzeichnet ist, ein Anlass für die Entstehung einer gemeinsamen Sprache bei Themen, die uns verbinden wird und nicht veranlasst, dass die Kluft innerhalb der Gesellschaft erweitert wird. Weiterhin hoffe ich auch, dass der Ramadan Anlass für die Entwicklung der Kultur des Zusammenlebens auf friedlicher Basis wird.

Für Ihre Aufmerksamkeit darf ich mich an diese Stelle herzlich bei Ihnen allen bedanken.